Feineinstellung der Rhythmuserkennung

Normalerweise erfasst die Automatik den Rhythmus von selbst. Doch das Material ist unterschiedlich — eine dumpfe Bassdrum, ein lärmender Saal, ein Track ganz ohne Schlagzeug — und für solche Fälle besitzt der Detektor manuelle Einstellungen. Dieser Artikel ist die „Notfallapotheke“: was Sie drehen sollten, wenn das Tempo schlecht erfasst wird.

📍 Wo: Die Sound-Einstellungen (Panel unter dem Visualizer oder ⚙ im Sound-Monitor des Live-Modus); dort befindet sich auch der Live-Monitor KICK / LOCK zur Kontrolle des Ergebnisses.

Verstehen Sie zuerst, was Sie sehen (Beat-Monitor, ausführlicher — 07.24):

  • KICK blitzt bei jedem erfassten Schlag auf;
  • der Balken zeigt die Stärke des Schlags, die rote Linie darauf ist die Schwelle;
  • LOCK leuchtet auf, wenn das Tempo stabil erfasst ist.

Die Einstellungen und wozu sie dienen:

Einstellung Was sie bewirkt Wann drehen
Empfindlichkeit Verstärkt die Reaktion auf Schläge (×1–×5) KICK blitzt bei klaren Schlägen nicht auf → erhöhen; blitzt durch Lärm auf → verringern
Schlagschwelle Der Pegel, unterhalb dessen ein Ausschlag nicht als Schlag zählt (rote Linie) Setzen Sie die Linie knapp über die „Täler“ zwischen den Kicks — schwacher Müll wird ignoriert
Tief / Hoch (Bin) Das Frequenzband, in dem nach dem Schlag gesucht wird Standardmäßig — Bass (Bassdrum). Verschieben Sie es nach oben, wenn nicht die Bassdrum den Rhythmus vorgibt
Hochfrequenz-Erkennung Mischt das obere Band bei (Hi-Hats/Becken, 6–14 kHz) Material ohne Bassdrum → hinzufügen; bei einem Bassdrum-Loop stört es → auf 0 zurücknehmen
Oktave (÷2 / ×2) Teilt/multipliziert das erfasste Tempo zwangsweise mit 2 Der Detektor „hört“ 60 statt 120 (Oktavfehler) → von Hand verschieben
Mittelungsfenster Über wie viele Sekunden das Tempo gemittelt wird (2–20 s) Mehr = stabilere Zahl, aber langsamere Reaktion auf einen Tempowechsel; weniger = umgekehrt

Typisches Vorgehen, wenn der Rhythmus nicht erfasst wird:

  1. Sehen Sie auf KICK: Blitzt er im Takt auf?
  2. Blitzt nicht auf → erhöhen Sie die Empfindlichkeit; blitzt bei allem Möglichen auf → erhöhen Sie die Schwelle.
  3. Die BPM-Zahl ist doppelt so klein/groß wie erwartet → Oktave ÷2/×2.
  4. Die Zahl „wandert“ → vergrößern Sie das Mittelungsfenster.
  5. Klappt es gar nicht → wechseln Sie zum TAP über die Taste T — zwei, drei Tipper im Takt, und das Tempo ist von Hand gesetzt.
💡 Tipp: Zuverlässiger als alle Einstellungen ist die Quelle MIDI-Clock, wenn die Musik aus DJ-Software kommt: Dort kommt das Tempo als exakte Zahl und eine Erkennung ist gar nicht nötig.
Abb. 10.03.1 — Erkennungseinstellungen und Monitor KICK/LOCK
Abb. 10.03.1 — Erkennungseinstellungen und Monitor KICK/LOCK