Netzwerkausgabe (Art-Net / sACN) und mehrere Universes

Neben dem USB-Adapter kann die App DMX auch über das Computernetzwerk ausgeben — mit den Protokollen Art-Net und sACN (E1.31). Das wird in zwei Fällen gebraucht: Ihr Lichtempfänger ist netzwerkbasiert (Art-Net-Knoten, Media-Server) oder Sie haben mehr als 512 Kanäle an Geräten und arbeiten mit mehreren Universes.

Der einfachste Weg — der Einrichtungsassistent

Wenn Sie zum ersten Mal einen Netzwerk-Konverter anschließen, stellen Sie nichts von Hand ein — starten Sie den Assistenten.

📍 Wo: Menü „Einstellungen“ → „Netzwerk-Einrichtungsassistent…“.

Der Assistent führt in drei Schritten durch die Verbindung:

  1. Anschlussprüfung. Zeigt die Netzwerkverbindungen Ihres Computers und markiert diejenige, über die das Licht tatsächlich hinausgeht. Hier erscheinen auch Warnungen — etwa, dass ein aktives VPN das Licht am Konverter vorbeileitet.
  2. Gerätesuche. Das Programm fragt das Netzwerk ab und zeigt das Gefundene: Name des Konverters, seine Adresse und die Anzahl der DMX-Ausgänge. Wird nichts gefunden, erklärt der Assistent, was zu prüfen ist.
  3. Übernehmen. Wählen Sie das gewünschte Gerät und drücken Sie „Übernehmen und verbinden“ — Adresse und Universe werden automatisch eingetragen.
⚠️ Wenn das Gerät „in einem anderen Netz“ ist. Viele Konverter kommen ab Werk mit einer Adresse aus einem fremden Netz (zum Beispiel 2.0.0.200, während Ihr Netz 192.168.0.x ist). Der Assistent findet ein solches Gerät zwar, markiert es aber: Das Licht erreicht es nicht, und ein Verbinden in diesem Zustand ist sinnlos — das Programm zeigt „verbunden“, die Geräte bleiben dunkel. Statt „Übernehmen und verbinden“ bietet der Assistent Automatisch einrichten an: Er weist dem Konverter eine Adresse in Ihrem Netz zu, findet ihn erneut und verbindet sich.
⚠️ Hinweis: Der Adressbefehl geht gleichzeitig an alle Geräte im Netz — ein einzelnes lässt sich nicht auswählen. Haben Sie mehrere Konverter, lassen Sie nur den eingeschaltet, den Sie einrichten. Kann Ihr Modell die Adresse nicht über das Netz ändern, sagt der Assistent das ehrlich — stellen Sie sie dann mit den Tasten am Konverter selbst ein (Adresse aus Ihrem Netz, Maske 255.255.255.0).
💡 Sie möchten am Konverter gar nichts ändern? Drücken Sie „Rundruf einschalten und verbinden“ — das Licht geht an alle Geräte im Netz, der Konverter bekommt es also unabhängig von seiner Adresse. Das funktioniert auch bei Modellen, die ihre Adresse nicht über das Netz ändern können. Der einzige Preis: Das Programm kann nicht mehr prüfen, ob der Konverter lebt. Werden mehrere Konverter gefunden, schlägt der Assistent genau diesen Weg vor — der Adressbefehl lässt sich nicht auf ein Gerät richten, er erreicht alle.
💡 Tipp: Adresse des Konverters und Universe werden gespeichert, Sie müssen sie beim nächsten Start nicht erneut eingeben. Diese Einstellungen liegen auf Ihrem Computer und stehen nicht in der Projektdatei — öffnen Sie das Projekt auf einem anderen Rechner, schleppen Sie keine fremde Adresse mit.

Damit das Licht beim Start von selbst kommt, setzen Sie das Häkchen „Beim Programmstart mit diesem Gerät verbinden“ — es steht unter den Feldern für Adresse und Universe. Danach findet das Programm Ihren Konverter bei jedem Start selbst, auch nach Updates.

⚠️ Achtung: Die automatische Verbindung greift nur, wenn der Konverter tatsächlich geantwortet hat. Ist er ausgeschaltet oder abgebaut, bleibt das Programm getrennt, statt „verbunden“ anzuzeigen — absichtlich, damit Sie den Fehler nicht bei den Geräten suchen, während das Licht ins Leere geht. Das Programm erkennt genau Ihr Gerät, selbst wenn der Router ihm eine neue Adresse gegeben hat.
⚠️ Achtung: Bei der ersten Suche fragt Windows möglicherweise, ob das Programm auf das Netzwerk zugreifen darf. Klicken Sie auf „Zugriff zulassen“. Haben Sie versehentlich auf Abbrechen geklickt, antwortet der Konverter nicht mehr auf die Abfrage — die Erlaubnis müssen Sie dann von Hand in den Firewall-Einstellungen erteilen.

Manuelle Einrichtung

Ist der Konverter bereits bekannt und seine Adresse vertraut, geht es auch ohne Assistenten.

📍 Wo: Schaltfläche „DMX“ in der Kopfleiste → aufklappbarer Unterabschnitt „Art-Net / sACN“ unter der Liste der USB-Geräte.

So richten Sie die Netzwerkausgabe ein:

  1. Öffnen Sie das DMX-Panel und klappen Sie „Art-Net / sACN“ auf.
  2. Wählen Sie das Protokoll, das Ihr Empfänger versteht:
Protokoll Einstellungen
Art-Net IP des Empfängers + Universe 1 → (Basisadresse)
sACN / E1.31 Universe 1 → (Basis) + Priorität
  1. Bei Art-Net müssen Sie die Adresse nicht eintippen: Klicken Sie auf „Geräte im Netzwerk suchen“ und dann auf die gefundene Zeile — Adresse und Universe werden automatisch eingetragen.
  2. Klicken Sie auf „Verbinden“.
⚠️ Achtung: Die Netzwerkschnittstellen sind in der Liste immer verfügbar — der Eintrag allein sagt nichts darüber aus, ob ein Empfänger existiert.

Beim Verbinden über Art-Net fragt die App das Netzwerk, ob ein Knoten antwortet. Bleibt er stumm, erscheint der Hinweis „Der Knoten antwortet nicht — prüfen Sie die IP und die Firewall (UDP 6454)“. Das Licht wird trotzdem gesendet: Manche Knoten ignorieren diese Anfrage und arbeiten dennoch einwandfrei — die Verbindung wird deshalb nicht getrennt, und der Hinweis bedeutet „prüfen Sie zuerst Adresse und Netzwerk“.

Bei sACN gibt es diese Prüfung nicht und kann es nicht geben: In diesem Protokoll meldet sich der Empfänger nie von selbst. Prüfen Sie das Ergebnis an den Geräten.

Mehrere Universes — so funktioniert es

Das Feld „Universe 1 →“ ist die Netzwerkadresse, an die das logische Universe 1 Ihres Projekts gesendet wird. Die übrigen Universes gehen automatisch an die nächsten Adressen:

Universe im Projekt Netzwerkadresse
1 Basis (das, was im Feld „Universe 1 →“ steht)
2 Basis + 1
3 Basis + 2

So lassen sich von einem Computer aus beliebig viele Universes über das Netzwerk ausgeben — jedes einzeln einzurichten ist nicht nötig.

⚠️ Achtung: „Universe 1 →“ ist kein Universe-Umschalter. Um Universe 2 auszugeben, müssen Sie dieses Feld nicht ändern — es geht von selbst an die nächste Adresse. Tragen Sie hier eine Universe-Nummer ein, verschiebt sich die gesamte Nummerierung und das Licht geht am Empfänger vorbei. Üblicher Wert für Art-Net ist 0.
⚠️ Achtung: Ein USB-Adapter gibt nur Universe 1 aus. Geräte aus Universe 2, 3… gelangen physisch nur über das Netzwerk (Art-Net/sACN) nach draußen. Planen Sie ein Mehr-Universe-Projekt — planen Sie auch die Netzwerkausgabe ein.
💡 Tipp: Sie wissen nicht, welches Protokoll Sie wählen sollen? Wenn der Empfänger beide unterstützt — nehmen Sie sACN: Es ist einfacher einzurichten (keine IP nötig, läuft per Multicast-Verteilung). Art-Net — wenn der Empfänger nur dieses akzeptiert oder ein adressiertes Unicast an eine bestimmte IP erforderlich ist.

Wenn im Netzwerk noch jemand Licht sendet

Laut Protokoll mischt ein Art-Net-Empfänger zwei Quellen, die in dasselbe Universum senden: an das Gerät geht der jeweils höhere Kanalwert. In der Praxis sieht das beunruhigend aus: manche Kanäle reagieren, andere scheinen festzuhängen — Sie stellen Rot ein, und das Gerät leuchtet stur violett.

Die zweite Quelle ist meistens eine vergessene App des WLAN-Empfängers auf dem Handy, eine zweite Kopie des Programms auf einem Nachbarrechner oder ein fremdes Pult, das im selben Netzwerk geblieben ist.

Das Programm achtet selbst darauf: sobald es fremde Frames in Ihrem Universum sieht, erscheint eine Warnung mit der Adresse des „Nachbarn“. Schließen Sie das andere Programm (oder legen Sie es auf ein anderes Universum) — und das Licht gehört wieder ganz Ihnen.

💡 Tipp: Erscheint die Warnung, der Verursacher ist aber nicht zu finden, erstellen Sie den Bericht über „Hilfe → Support-Bericht erstellen“: darin sind alle gesehenen Quellen mit Adressen aufgeführt.
Abb. 13.02.1 — Einstellungen für Art-Net und sACN
Abb. 13.02.1 — Einstellungen für Art-Net und sACN