In Live wirken auf ein und dasselbe Gerät gleichzeitig viele Quellen ein: eine laufende Szene, ein Chase, ein Effekt, ein hochgezogener Submaster, eine Schnellfarbe, der Crossfader … Da stellt sich die Frage: Was bekommt der Zuschauer am Ende zu sehen? Damit das Ergebnis vorhersehbar ist, mischt das Programm die Quellen nach zwei einfachen Regeln — getrennt für die Helligkeit und getrennt für die übrigen Parameter.
Helligkeit — Regel „heller gewinnt“ (HTP)
Für die Helligkeit (den Dimmer) gilt die Regel HTP (Highest Takes Precedence — „der höhere Wert gewinnt“): Verlangen mehrere Quellen gleichzeitig eine Helligkeit für ein Gerät, gewinnt die hellste.
Deshalb arbeiten die Submaster als Pile-on: Sie fügen Helligkeit über der Szene hinzu, statt sie abzuziehen. Heben Sie den Gruppenfader an — die Gruppe wird heller (sofern ihr eigener Pegel niedriger war). Und Flash ist ein sofortiges „Hochziehen auf das Maximum“.
Farbe und Bewegung — Regel „der Letzte gewinnt“ (LTP)
Für Farbe, Schwenk (pan/tilt), Gobo und Strobe gilt die Regel LTP (Latest Takes Precedence — „der letzte Befehl gewinnt“). Zwei Farben zu mitteln ist sinnlos (Rot + Blau ≠ ein sinnvolles Schmutzviolett), deshalb gewinnt der Befehl, der in der Ebenenreihenfolge weiter oben steht — in der Regel Ihre frischeste Live-Änderung.
Ebenenreihenfolge (von unten nach oben)
Jede folgende Ebene für Farbe/Position überdeckt die vorherige:
- Basis — Programmer (oder eine Momentaufnahme des Blind-Modus)
- Sanfter Übergang (Fade)
- Aktiver Chase
- Effekte (der zuletzt gestartete gewinnt)
- Submaster — fügen Helligkeit hinzu (Pile-on, HTP)
- Farbe/Position des Szenen-Faders (siehe „haftend/loslassen“ in 07.16)
- Crossfader A/B
- Schnellfarbe (Filter darüber)
- Solo / Mute — dunkelt die Helligkeit überflüssiger Gruppen ab
- Geschwindigkeit, Grand Master und Blackout — über allem
