Licht einrichten: Fader und Schnellpanels

Sie haben Geräte ausgewählt (03.01) — jetzt richten Sie ihr Licht ein. Dafür gibt es zwei Werkzeuge: die Kanal-Fader (präzise, Kanal für Kanal) und die Schnellpanels (Farbe/Position/Gobo mit einem Klick). In der Regel genügen die Schnellpanels, die Fader sind für den Feinschliff.

Kanal-Fader

Vertikale Schieberegler für die Kanäle der ausgewählten Geräte: Helligkeit, Rot/Grün/Blau, Strobe, Pan/Tilt usw. — genau die Kanäle, die das Gerät in seinem Profil hat.

  • Ziehen Sie den Schieberegler — der Wert geht sofort an die Geräte und in den Visualizer.
  • Mausrad über dem Fader — drehen Sie das Rad, während der Cursor auf einem beliebigen Schieberegler steht: nach oben — mehr, nach unten — weniger. Praktisch für die Feinabstimmung ohne Ziehen. Funktioniert über jedem Schieberegler im Programm (Kanäle, Submaster, Master, Sound-/Effekt-Slider).
  • Klick auf die Zahl über dem Fader — einen exakten Wert über die Tastatur eingeben (Enter — übernehmen, Esc — abbrechen).
  • Sind mehrere Geräte ausgewählt, bewegt der Fader den Kanal bei allen gleichzeitig.
  • Geräte verschiedener Modelle — das Programm findet den passenden Kanal bei jedem Gerät selbst. Liegt der Zoom beim einen Moving Head auf Kanal 12 und beim anderen auf Kanal 9, gibt es trotzdem nur einen Fader „Zoom“, der beide bewegt. Ausnahme sind Gobo- und Farbräder: Bei verschiedenen Modellen wählt derselbe Wert unterschiedliche Slots, daher bleiben dafür getrennte Fader (zusammengefasst werden nur Räder mit vollständig gleichem Slot-Satz). Kanäle, deren Zweck das Programm nicht kennt („Andere“, „Programm“), bleiben ebenfalls getrennt — geben Sie ihnen im Patch den richtigen Typ, wenn Sie einen gemeinsamen Fader möchten.
💡 Die Kanal-Fader können auch am Visualizer angezeigt werden — unterhalb davon. Standardmäßig sind sie ausgeblendet, damit sie beim Arbeiten mit Szenen und Chases das Bild nicht verdecken; eingeschaltet werden sie mit der Regler-Schaltfläche oben links am Visualizer, neben „Veranstaltungsort“. Die Auswahl wird gemerkt. Die Fader in der unteren Leiste funktionieren immer und hängen von dieser Schaltfläche nicht ab.

Funktionsmodi über dem Fader

Bei Kanälen, in denen ein und derselbe physikalische Wert verschiedene Funktionen belegt (Shutter/Strobe, Prisma, Farbraddrehung, Zoom, Fokus usw.), erscheint über dem Fader eine Modusliste. Das Programm nimmt die Bereiche direkt aus dem Geräteprofil, Sie müssen sich also nicht merken, welche Zahl welchen Modus einschaltet.

  • Ein Zustandsmodus („Offen“, „Geschlossen“, „Prisma ein“, „Dimmer-Modus“) wird mit einem Klick gewählt.
  • Ein regelbarer Modus („Strobe“, „Puls“, „Rotation“, „Lüftergeräusch von Minimum bis Maximum“) — wählen Sie ihn in der Liste, und der Fader darunter verändert den Wert innerhalb dieses Modus. Beim Strobe stellt der Fader zum Beispiel die Blitzfrequenz ein. Die Zahl über dem Fader ist ebenfalls der DMX-Wert 0–255: Der Regler läuft in seinem eigenen Abschnitt, zeigt aber genau die Zahl, die an das Gerät geht.

Solange ein solcher Modus nicht gewählt ist, läuft der Fader über den gesamten Kanal 0–255 — auch wenn der Wert gerade in einem regelbaren Abschnitt liegt. Den vollen Weg bekommen Sie jederzeit zurück: einen normalen Modus in der Liste wählen, die Zahl anklicken und eintippen oder „Zurücksetzen“ drücken.

  • Servicebefehle (Neustart, Lampe ein/aus) sind geschützt: Das Programm fragt nach und stellt den Kanal nach der Ausführung selbst wieder in eine sichere Stellung.
  • Ein geschlossener Shutter löscht den Strahl im Visualizer, genau wie bei einem echten Gerät.
💡 Bei jedem Kanal mit Modi ist die Zahl über dem Fader der DMX-Wert 0–255 — dieselbe Zahl wie in der Geräteanleitung. Prozent bleiben nur dort, wo die Größe selbst prozentual ist: Helligkeit, Pan, Tilt und der einfache Strobe-Fader.
💡 Sind mehrere Geräte ausgewählt und stehen auf diesem Kanal unterschiedlich, erscheint neben der Zahl ein bernsteinfarbenes „≠“: Angezeigt wird der Wert des ersten Geräts, die übrigen haben ihren eigenen. Bewegen Sie den Fader, dann kommen alle ausgewählten Geräte auf denselben Wert.
💡 Ein bernsteinfarbenes neben der Zahl heißt: Das Farbrad steht auf einem Wert, der in seiner Positionstabelle fehlt. Der Wert geht unverändert an das Gerät — es tut, was auf diesem Wert hinterlegt ist —, aber welche Farbe das ist, weiß das Programm nicht und erfindet nichts: Der Strahl im Visualizer bleibt neutral, und das Gerät bekommt dasselbe Zeichen in der Liste. Ergänzen Sie die Position in den Geräteeinstellungen, damit die Farbe auf dem Bildschirm erscheint.
💡 Ein Sonderfall sind Kanäle wie „Pan/Tilt-Geschwindigkeit“. Ein solcher Kanal ist nur nach einer Achse benannt, steuert aber nicht die Ausrichtung, sondern wie weich der Kopf fährt. Er hat seine eigene Skala 0–255 statt eines Positions-Prozentwerts.
💡 Bei Geräten mit Feinpositionierung steht neben dem Fader „Pan“ ein zweiter — „Pan fein“. Sie arbeiten als Paar, genau wie am Pult: Der erste setzt die Position, der zweite verfeinert sie innerhalb eines Schritts des ersten. Der zweite Fader zeigt den DMX-Wert 0–255 — genau das Byte, das an das Gerät geht. Die Verfeinerung wird mit der Position gespeichert: Sie landet im Projekt, in der Szene und im Chase-Schritt und bleibt, bis Sie sie ändern oder „Zurücksetzen“ drücken.
💡 Solange auf dem Gerät ein Bewegungseffekt läuft, erscheint neben der Zahl ein „~“: Der Effekt addiert laufend seinen eigenen Versatz zur Position, der Wert auf der Leitung ändert sich also. Der Fader legt dann die Basis fest, auf der der Effekt arbeitet.
💡 Bei der Helligkeit gibt es diesen zweiten Fader bewusst nicht. Ihr Wert wird unterwegs mit dem Master multipliziert, dadurch wären „grob + fein“ keine zwei Hälften einer Zahl mehr und der zweite Fader zeigte einen Wert, der nicht auf der Leitung liegt.

Hat ein Kanal nur eine Funktion oder ist er ein gewöhnlicher stufenloser Kanal (Helligkeit, R/G/B), gibt es keine Liste — es arbeitet der normale Fader.

💡 Die Modi kommen aus dem Geräteprofil: Die integrierte Bibliothek und der QLC+-Import bringen sie mit. Steht das Gerät nicht in der Datenbank (von Hand gebaut, per Foto erkannt), beschreiben Sie die Bereiche selbst — der Block „Kanalfunktionen“ im Patch, dort liegen auch fertige Vorlagen.

Servicebefehle: Gerät zurücksetzen und Lampe

Sind für die ausgewählten Geräte Servicebereiche beschrieben, erscheint im Bedienpanel der Block „Service“ mit Schaltflächen:

  • Gerät zurücksetzen — Neustart eines „hängenden“ Kopfes: Die Motoren fahren auf null, das Gerät kehrt in den Arbeitszustand zurück. Punktgenau, ohne Neustart des Programms und ohne die Stromversorgung zu unterbrechen.
  • Lampe aus / ein — löscht die Lampe, damit sie abkühlen kann. Bei Entladungslampen verlängert das die Lebensdauer spürbar.

Das Programm fragt nach, hält den Befehl einige Sekunden und stellt den Kanal danach selbst auf neutral zurück — sonst würde der Befehl „kleben bleiben“ und sich beim nächsten Einschalten wiederholen.

⚠️ Achtung: Das sind physische Befehle an das Gerät. Ein Reset während eines Auftritts löscht und bewegt das Gerät für 5–20 Sekunden (je nach Modell).

Gobo-Shake

Viele Köpfe haben neben den gewöhnlichen Gobo-Positionen ein Wackeln (Gobo-Shake) — das Muster zittert auf der Stelle. Solche Positionen sind in der Gobo-Palette mit dem Symbol markiert: Wählen Sie die Position, und stellen Sie die Geschwindigkeit des Wackelns mit dem Fader des Gobo-Kanals selbst ein. Genauso funktioniert auch die Drehung des Goborads.

Zoom, Fokus, Prisma, Frost — die Form des Strahls

Intelligente Geräte (vor allem Moving Heads) haben neben Helligkeit und Farbe Kanäle, die den Strahl selbst verändern. Sie alle werden hier mit dem normalen Kanalfader eingestellt — und, wenn der Hersteller den Kanal in Bereiche geteilt hat, über die Modusliste darüber.

Kanal Was er macht In welche Richtung
Zoom Strahlbreite: schmaler „Bleistift“ ↔ breiter Wash Kleinerer Wert — schmaler (dichter Strahl im Dunst), größer — breiterer Lichtkegel
Fokus Schärfe: klare Kante und Gobo-Muster ↔ weiche Unschärfe Nach Augenmaß, passend zur Entfernung
Prisma Teilt den Strahl in mehrere (meist 3 oder 8) Meist ein/aus; manche Geräte drehen das Prisma zusätzlich
Frost Mattglas: macht aus dem Strahl einen weichen Wash Stufenlos von 0 (klar) bis 100 (weichst)
💡 Tipp: Zoom und Fokus gehören zusammen — nach dem Ändern der Breite die Schärfe prüfen. Schmaler Strahl plus Dunst ergibt eine sichtbare Lichtsäule, ein breiter beleuchtet die Fläche.
⚠️ Achtung: Gewöhnliche PAR-Scheinwerfer haben diese Kanäle nicht — ihre Strahlbreite bestimmt die Linse, nicht DMX. Fehlen die Fader „Zoom“/„Fokus“, stehen sie schlicht nicht im Geräteprofil: prüfen Sie das zugewiesene Profil und den DMX-Modus des Geräts.

ℹ️ Nicht zu verwechseln mit der Oberflächenskalierung des Programms (Strg+↑/↓) oder dem Heranzoomen im Visualizer — das betrifft den Bildschirm, nicht das Gerät. Mehr: Programmmenü und Oberflächenskalierung.

Schnellpanels: Farbe · Position · Strahl/Gobo · Effekte

Neben den Fadern liegen kompakte Panels (bei Platzmangel klappen sie zu Tabs zusammen):

Panel Was darin ist
Farbe 8 reine Farben mit einem Klick, die Schaltfläche „Palette“ für jeden Farbton und die Schaltfläche „Farbverlauf“ — jedem Gerät seine eigene Farbe geben
Position Ein quadratisches „Pad“: ziehen Sie den Punkt — die Köpfe drehen sich (Pan/Tilt); daneben Richtungssymbole. Zur Feinjustierung genügt es, einen Kopf oder eine Gruppe zu wählen: Im Program-Modus funktionieren die Pfeiltasten sofort, auch wenn Position geschlossen ist. ←/→ steuert Pan, ↑/↓ steuert Tilt, in 1-%-Schritten; halten Sie eine Taste für fortlaufende Bewegung
Strahl / Gobo Gobo-Schablonen (Kreis, Stern, Punkte, Dreieck, Spirale, Linien)
Effekte (FX Engine) Zwei Engines in einem Panel, umgeschaltet über die Tasten oben im Block; ein Punkt auf der Taste heißt, dass diese Engine gerade läuft. Bewegung — Live-Pan/Tilt (Kreis, Acht, Zickzack, Spirale, Absprung und weitere — insgesamt 14 Figuren), nur für „Köpfe“: statische Geräte bekommen stattdessen einen Hinweis, dass es nichts zu bewegen gibt. Der Regler „Versatz“ schickt die Bewegung als Welle durch die Köpfe, bei null laufen sie gemeinsam. Beim Einschalten fährt der Kopf sanft aus seiner aktuellen Position in die Figur, statt zu springen. Helligkeitswelle — Geräte atmen, pulsieren oder blinken über dem bereits eingestellten Licht, ohne dessen Farbe zu ändern; funktioniert bei jedem Gerät, auch bei PARs.

Die Farbtasten sind „rein“, nicht ungefähr

Die acht Quadrate im Panel „Farbe“ sind Rot, Grün, Blau, Weiß, Bernstein (Amber), Ultraviolett (UV), Cyan und Magenta. Die ersten sechs sind echte LEDs, wie sie in Geräten vorkommen; die letzten beiden sind ehrliche Mischungen (Cyan = Grün + Blau, Magenta = Rot + Blau).

Das Programm sieht selbst nach, was das Gerät physisch kann:

  • es gibt eine eigene weiße LED (RGBW) — die Taste „Weiß“ zündet genau diese und schaltet R/G/B ab. Das ist wichtig: Eine Mischung aus R+G+B ergibt ein „eigenes“ Weiß mit deutlich anderem Farbton, und an einem Gerät mit weißer Diode ist es zudem dunkler;
  • es gibt Amber oder UV — dasselbe Prinzip, es leuchtet nur die passende Diode;
  • eine solche LED gibt es nicht — die Farbe wird mit dem nachgebildet, was das Gerät hat (UV an einem gewöhnlichen RGB-PAR wird zum Beispiel violett);
  • ein Gerät mit CMY-Filtern — die gewählte Farbe wird automatisch in Cyan/Magenta/Yellow umgerechnet. Sie können RGB-Geräte, CMY-Geräte und Köpfe mit Farbrad gemeinsam auswählen: Alle bekommen dieselbe sichtbare Farbe;
  • ein Gerät mit Farbrad — das Rad fährt auf den nächsten passenden Slot. Hat das Rad Positionen aus zwei Hälften („Rot + Gelb“), vergleicht das Programm Ihre Farbe mit jeder Hälfte: Orange landet ehrlich in einer solchen Position und nicht in reinem Rot. Das Quadrat der Position wird dabei geteilt dargestellt — in so viele Teile, wie sie Farben hat.
  • ein Gerät, dessen Farbe aus einer fertigen Liste gewählt wird (ein einzelner Kanal der Art „Color Macros“: Rot, Grün, Lavendel usw.) — das Programm liest diese Liste wie ein gewöhnliches Farbrad und fährt den Kanal auf die passende Position. So sind günstige Modelle und die kurzen 1–3-Kanal-Modi gewöhnlicher Geräte aufgebaut. Die Liste der Positionen ist im Patch zu sehen — hat der Hersteller die Farben eigenwillig benannt, korrigieren Sie die Namen dort. Bei einem Gerät, das die Farbe selbst mischen kann (es hat Kanäle für Rot/Grün/Blau), bleibt ein solcher Kanal eine Modusliste über dem Fader und wird von der Palette nicht angerührt — sonst würden die R/G/B-Fader nicht mehr arbeiten;
  • ein Gerät, das die Farbe gar nicht ändern kann (Stroboskop, Nebelmaschine, Gerät mit einer einzigen weißen LED) — das Programm sagt das per Meldung und nennt die Geräte, damit der Klick nicht kaputt wirkt.

Fahren Sie mit dem Cursor über ein Quadrat, erscheint der Farbname. Ein weißer Rahmen um ein Quadrat bedeutet, dass das Gerät gerade genau in dieser Farbe leuchtet; hat kein Quadrat einen Rahmen, entspricht der aktuelle Farbton keiner der Tasten (er wurde zum Beispiel aus der „Palette“ gewählt).

Zwischentöne — Rosa, Türkis, Warmweiß und alle anderen — holen Sie sich über die Schaltfläche „Palette“: Sie öffnet ein Fenster mit erweitertem Satz, HEX-Feld und System-Pipette.

Alles oben Beschriebene färbt die ausgewählten Geräte gleich. Wenn Sie das Gegenteil brauchen — jedes Gerät in seiner eigenen Farbe (Regenbogen über die Front, Sonnenuntergang vom Rand zur Mitte, warme und kalte Bühnenseite) — nehmen Sie die Schaltfläche „Farbverlauf“ daneben: 03.03 Farbverlauf: eine Farbe pro Gerät.

Nützliches in der Nähe

  • Hervorheben (Taste H) — die ausgewählten Geräte blitzen auf volle Helligkeit auf: So sehen Sie im Saal leicht, welche Geräte Sie gerade ausgewählt haben.
  • Programmer-Reset (Taste C) — verwirft nicht gespeicherte Änderungen und stellt die aktive Szene wieder her. „Zu viel verschmiert“ — C, und alles ist sauber.
  • Schnellspeichern in eine Szene — die Schaltfläche am Visualizer (08.01): Das aktuelle Lichtbild wird mit einem Klick zur Szene.

Typischer Arbeitsablauf in Prog:

  1. Geräte ausgewählt (Klick/Gruppe).
  2. Eingerichtet: Farbe → Position → Helligkeit (Panels oder Fader).
  3. Als Szene gespeichert.
  4. Für das nächste Bild wiederholt → aus den Szenen einen Chase zusammengestellt.
💡 Tipp: Legen Sie Presets für häufig genutzte Farben und Positionen an — dann wird Schritt 2 zu ein paar Klicks auf die Vorlagen.
Abb. 03.02.1 — Kanal-Fader und die Panels Farbe/Position/Gobo
Abb. 03.02.1 — Kanal-Fader und die Panels Farbe/Position/Gobo